Das Gartenreich
Dessau-Wörlitz

Die Skulpturen im Dessau-Wörlitzer Gartenreich sind ein wichtiger Bestandteil der gartenkünstlerischen Gestaltungen. Als Ausgangs- und Endpunkte verschiedener Sichtachsen verknüpfen sie unterschiedliche Park- und Gartenbereiche zu einem Gesamtkunstwerk. 

Wiederherstellung und Restaurierung der Skulpturengruppe Diana und Faun im Sieglitzer Park

Mit Mitteln der Denkmalpflegeförderung des Landes Sachsen-Anhalt werden die beschädigten Skulpturen Diana und Faun im Sieglitzer Park wiederhergestellt und restauriert.

Bei den dargestellten Figuren handelt es sich um zwei der Natur- bzw. dem Wald zugeordnete Gottheiten aus der römischen Mythologie. Die Jagdgöttin Diana mit knielangem Kleid ist an einen Baumstumpf gelehnt und hält in ihrer linken Hand einen Bogen, während sie mit der rechten Hand einen Pfeil aus dem Köcher auf ihrem Rücken zieht. Die Skulptur des Böckchen tragenden Faun geht auf eine antike Marmorstatue aus dem 2. Jh. n. Chr. zurück und zeigt den an einen Baumstumpf gelehnten, breitbeinig aufgestellten Faun mit Hirtenstab in der rechten Hand und mit dem linken Arm ein Lamm haltend, dass er auf seinen Schultern trägt.

Diana und Faun SieglitzerParkZustand 2023 nach Rückbau des Faun

Die um 1787 am Elbdeich aufgestellten und 1995 durch Nachbildungen ersetzten Skulpturen bilden entlang des heutigen Europaradwegs eine weithin sichtbare Wegmarke. In den zurückliegenden Jahren sind die Skulpturen wiederholt durch äußere Einwirkung beschädigt worden. Zuletzt hatte ein Baumsturz die Faunstatue irreparabel zerstört. Um die Skulpturengruppe an ihrem Standort am Elbdeich wieder erlebbar zu machen, soll der zerstörte Faun durch einen mineralischen Neuabguss ersetzt und die beschädigte Diana sowie die beiden Postamente der Skulpturen restauriert werden.

Die Wiederherstellung und Restaurierung der Skulpturengruppe Diana und Faun wird dankenswerterweise gefördert durch das Land Sachsen-Anhalt.

Untersuchung von Anstrichsystemen als Weißfassungen an frei bewitterten Sandsteinskulpturen

Die weiße Fassung der Oberflächen dient nicht nur der optischen Veredelung des grauen Natursteins, sondern verfolgt insbesondere auch die Absicht die Skulpturen auf die Ferne wirken zu lassen. Durch die gewollte Verbindung zwischen Skulptur und Natur sind die Objekte aber auch besonderen Witterungseinflüssen ausgesetzt.

Im Rahmen eines Förderprojektes zur restauratorischen und naturwissenschaftlichen Untersuchungen von Anstrichsystemen als Weißfassungen an frei bewitterten Sandsteinskulpturen werden das Verwitterungsverhalten der verschiedenen Anstrichsysteme unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Standortbedingungen näher untersucht. Dies geschieht an ausgewählten Bestandsobjekten und beschichteten Probeplatten sowie an Laborprüfkörpern unter Schnellbewitterung. Dabei wird erwartet, dass anschließend Aussagen zur Untergrundverträglichkeit, zur Dauerhaftigkeit und zur Überarbeitbarkeit der bestehenden Fassungen an Sandsteinskulpturen getroffen und über beschichtete Probeplatten Vergleiche zu aktuell nicht angewandten Systemen gezogen werden können. Das Förderprojekt ist auf ein Jahr ausgelegt. Die Ergebnisse bilden die Grundlage für die Erstellung eines Pflege- und Wartungsplans unter Berücksichtigung von standortbezogenen Materialempfehlungen für Anstrichsysteme als Weißfassungen.

Die Untersuchung von Anstrichsystemen als Weißwassung wird dankenswerterweise gefördert durch die treuhänderische Gemeinschaftsstiftung Historische Gärten innerhalb der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.
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