Am 10. Mai findet im Schloss Mosigkau eine Matinee zur Restaurierung des Schäferpaares von Johann Joachim Kaendler statt. Der Tag steht ganz im Zeichen der Schäferidyllen und der bukolischen Ikonographie des 18. Jahrhunderts.
Sowohl in der Malerei, Grafik und im Kunstgewerbe als auch in der zeitgenössischen Dichtung und Musik tummeln sich Schäferinnen und Schäfer in arkadischen Gartenlandschaften, geselligen und ländlichen Szenerien. In Anlehnung an Genreszenen Charles Bouchers und fête galantes Antoine Watteaus gewinnen Schäfer oder Hirten in idealisierter Atmosphäre auch in der plastischen Formgestaltung in Porzellan an Bedeutung.
Stil- und im wahrsten Sinne des Wortes formprägend war der Bildhauer und Modelleur Johann Joachim Kaendler, der seit 1731 in der Meißner Porzellanmanufaktur tätig war und es schnell zu Ruhm und Einfluss brachte. Kaendlers Gruppen, Skulpturen, Galanteriewaren und Tafelservices wurden über Sachsen hinaus bekannt und unter anderem von Friedrich II. von Preußen und dem Kardinal Albani gesammelt. Werke Kaendlers gehörten zum Interieur herrschaftlicher Residenzen dazu.
Das Mosigkauer Schäferpaar von Johann Joachim Kaendler © KsDW, Lars Reimann
Liebhaber oder vielmehr Liebhaberinnen fand er auch in Anhalt-Dessau. In Mosigkau, dem Sommerschloss der Prinzessin Anna Wilhelmine von Anhalt-Dessau, hat sich unter anderem ein Schäferpaar Kaendlers erhalten. Dieses ist jüngst restauriert worden und nun wieder im Schloss Mosigkau zu besichtigen, was mit einer Matinee gefeiert werden soll. In diesem Rahmen gibt Marie Zielke, Leiterin des Referats Restaurierung, Einblicke in die Restaurierung des Schäferpaares. Andreas Mehnert, Kastellan von Schloss Mosigkau, widmet sich Schäfermotiven im Mosigkauer Gemäldebestand und Jana Kittelmann, Leiterin des Referats Forschung und Sammlung, nimmt die Schäferidyllen in der zeitgenössischen Dichtung in den Blick. Musikalisch umrahmt wird das Ganze mit Kompositionen aus dem 18. Jahrhundert, die der Leipziger Musiker Jörg Holzmann auf einer historischen Gitarre erklingen lässt.
Dr. Jana Kittelmann, Abteilung Schlösser und Sammlungen
