Mosigkau Perle des Rokoko

Schlösser & Gärten
Gartenreich

Öffnungszeiten

30. März bis 30. April
Sa, So, Feiertage: 10:00 - 17:00 Uhr

01. Mai bis 07. Oktober
Di - So, Feiertage: 10:00 - 17:00 Uhr

08. bis 31. Oktober
Sa, So, Feiertage: 10:00 - 17:00 Uhr

Führungen außerhalb der Öffnungszeiten sind nach Voranmeldung zu gesonderten Konditionen möglich.

Eintrittspreise

Vollpreis:
7,50 Euro

Gruppen ab 15 Personen, Studierende bis 25 Jahre, Azubis, Arbeitslose, Schwerbehinderte ohne Führung:
6,50 Euro

Kinder bis 16 Jahre in Begleitung eines Erwachsenen:
Eintritt frei

Schülerinnen und Schüler in Gruppen mit max. 3 Begleitpersonen:
1,50 Euro

Kontakt

Schloss Mosigkau
Knobelsdorffallee 2-3
06847 Dessau-Roßlau / OT Mosigkau

T: +49 (0)340.50255721

» schloss-mosigkau@gartenreich.de

Perle des Rokoko Mosigkau

Das Rokoko-Schloss Mosigkau wurde von der Prinzessin Anna Wilhelmine von Anhalt-Dessau (1715–1780) als Sommersitz erbaut. Es wird von seinen Liebhabern als das „kleine Sanssouci“ bezeichnet und zählt zu den letzten weitgehend erhaltenen Rokokoensembles Mitteldeutschlands.

1742/43 schenkte Fürst Leopold I. von Anhalt-Dessau seiner Lieblingstochter Anna Wilhelmine zwei Güter in Mosigkau, die von der Prinzessin für die Schlossanlage genutzt
wurden. Sie beauftragte den Baumeister Christian Friedrich Damm 1752 mit der Errichtung ihres Sommersitzes. Erste Entwürfe stammen möglicherweise von Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff, dem Architekten des Schlosses Sanssouci; doch auch die unverheiratete Prinzessin selbst hat mit viel Geschick und Einfühlung an der Ausgestaltung des Hauses mitgewirkt. Nach der Fertigstellung ihres Sommersitzes führte sie hier die vom Arzt verordneten Kuren mit Spa-Wasser, Kräutern und viel Bewegung durch und empfing oft Besuch. Ein Aufenthalt in Mosigkau mit Diners, Promenaden und Kunstgenuss war nach Überlieferung stets ein besonderes Erlebnis. Aber auch höfische Aufgaben nahm die Prinzessin im Schloss Mosigkau in zwei dafür vorgesehenen Audienzzimmern wahr.

Letztere gehören zu den 24 Räumen mit teilweise erhaltener Originalausstattung, die heute noch besichtigt werden können. Kernbereich und Höhepunkt des Schlosses bildet der Galeriesaal mit einer der seltenen, nahezu vollständig erhaltenen sogenannten barocken Gemäldehängungen Europas. In vertieften Wandfeldern befinden sich bedeutende Gemälde hauptsächlich flämischer und holländischer Meister wie Anthonis van Dyck, Peter Paul Rubens und Jan Brueghel d. Ä. Das Schloss besitzt außerdem eine umfangreiche Sammlung von Bildnissen anhaltinischer Fürsten.

Die hohen Fenster des Galeriesaales geben den Blick frei auf den südlich gelegenen kleinen Lustgarten. Dort locken die sommerlich-farbenfrohen Blumen des Parterres und die exotischen Kübelpflanzen, die Heckenpartien mit der Kegelbahnlaube, dem Fischteich und dem Irrgarten und laden zur Erkundung ein. Zwei wie Torhäuser am südlichen Zugang gelegene Orangerien beherbergen in den kalten Monaten die zum Teil Jahrhunderte alten Kübelpflanzen. 

Auf Grund ihres klugen und sparsamen Wirtschaftens war Anna Wilhelmine in ihren späteren Jahren eine der finanzkräftigsten Frauen Anhalts. Nach ihrem Tode im Jahr 1780 wurde ihrer Verfügung entsprechend im Schloss ein Stift für adlige unverheiratete Frauen eingerichtet. Die Stifterin fügte ihrem Testament eine vollständige und gut durchdachte Stiftsordnung bei, die alle Lebensmodalitäten dieser Einrichtung bis ins Einzelne regelte. Das „Hochadelige Fräuleinstift Mosigkau“ existierte bis 1945. Achtundvierzig Stiftsdamen und acht Äbtissinnen konnten von der sozialen Stiftung der Prinzessin profitieren. An diese Zeit erinnern zwei rekonstruierte Stiftsdamenwohnungen und der im nördlichen Gartenteil gelegene Stiftsfriedhof.