Oranienbaum Ein kleines Stück Holland

Schlösser & Gärten
Gartenreich

Öffnungszeiten

Frühlingserwachen bis 30. April
Sa, So, Feiertage 10:00–17:00 Uhr

01. Mai bis 30. September
Di–So, Feiertage 10:00–17:00 Uhr

01. Oktober bis Sonntag nach Reformationstag
Di, So, Feiertage 10:00–17:00 Uhr

Der Park ist ganzjährig geöffnet.

Führungen außerhalb der Öffnungszeiten sind nach Voranmeldung zu gesonderten Konditionen möglich.

Eintrittspreise

Vollpreis:
7,50 €

Gruppen ab 15 Personen, Studierende bis 25 Jahre, Azubis, Arbeitslose, Schwerbehinderte (Begleitperson frei):
6,50 €

Kinder bis 16 Jahre in Begleitung eines Erwachsenen:
Eintritt frei

Schülerinnen und Schüler in Gruppen mit max. 3 Begleitpersonen:
1,50 €

Kontakt

Schloss Oranienbaum
Schloßstraße 9a
D-06785 Oranienbaum-Wörlitz / OT Oranienbaum

T: +49 (0)34904.20259

» schloss-oranienbaum@gartenreich.de

Ein kleines Stück Holland Oranienbaum

Schloss Oranienbaum ist zusammen mit dem Park und der architektonischen Einbeziehung der Stadt ein einzigartiges Architekturensemble holländischer Prägung in Deutschland.

Henriette Catharina (1637–1708), Gemahlin des Fürsten Johann Georg II. von Anhalt-Dessau (1627–1693), ließ sich die großzügige Schlossanlage ab 1683 zunächst als Sommerresidenz errichten und ab 1693 als Witwensitz ausbauen und vergrößern. Die aus dem Haus Oranien-Nassau stammende Prinzessin gab dem Ort nicht nur einen auf ihre Familie bezogenen Namen, sondern verlieh dem Schloss auch das holländische Gepräge. Hierzu trug maßgeblich der aus der Heimat der Prinzessin stammende Baumeister Cornelis Ryckwaert bei.

Mit dem Schlossbau war auch die planmäßige Anlage einer Stadt und eines Schlossgartens (28 ha) nach niederländischem Vorbild verbunden. Eine reiche Innenausstattung mit kostbaren Ledertapeten, Fayencen und Gemälden verlieh dem Haus seinen Glanz, von dem heute u. a. noch der Fliesenkeller (Sommerspeisesaal), der Ledertapetensaal und der Spiegelkristallsaal mit seinen ungewöhnlichen modernen Objekten des niederländischen Glaskünstlers Bernhard Heesen zeugen.

Nach dem Tod Henriette Catharinas wurde das Haus von ihrem Sohn Leopold I. Fürst von Anhalt-Dessau und dessen Sohn Dietrich nur noch gelegentlich für Jagdaufenthalte genutzt. Erst ihr Urenkel Fürst Franz entdeckte in den 1780er Jahren die Schlossanlage wieder für sich und hinterließ hier seine Spuren. Er gestaltete zahlreiche Räume des Hauses in chinesischem Stil um und bezog auch den barocken Garten in die Landesverschönerung des Gartenreichs ein.

Im ehemaligen barocken Inselgarten schuf er einen Englisch-chinesischen Garten, der heute als der einzig erhaltene dieser Art in Deutschland gilt. In der idyllischen Insellandschaft mit ihren Bogenbrücken und Findlingen setzen das jüngst aufwändig restaurierte Chinesische Haus und eine fünfgeschossige Pagode die architektonischen Akzente. Ab 1812 entstand zudem eine der längsten Orangerien Europas, die seither ohne Unterbrechung zur Unterbringung eines reichen Bestandes an Zitruspflanzen genutzt wird. Als Symbol für die Herkunft der Fürstin Henriette Catharina zieren noch heute zahlreiche Zitrusgewächse in den Sommermonaten den Schlosspark.

Auch wenn die Restaurierung der Schlossanlage noch Jahre dauern wird, schreitet sie zusehends voran, so dass der Besucher bereits jetzt die meisten Räume besichtigen und manchmal sogar als Beobachter an dem Prozess teilhaben kann. Zu den Restaurierungserfolgen zählen die Räume über dem Ledertapetensaal, in denen eine sehenswerte Ausstellung zur Geschichte der Jagd in Anhalt eingerichtet wurde, und der nördliche Pavillon. Hier entstand das TabakCollegium, das in den historischen Räumen – u. a. mit einer bauzeitlichen »Schwarzküche« – die durch Henriette Catharina angestoßene Tabakproduktion Oranienbaums vorstellt.

Das Schloss ist auf das Interesse der ehemaligen Königin der Niederlande, Prinzessin Beatrix, gestoßen, die gemeinsam mit dem Bundespräsidenten die Schirmherrschaft über die Restaurierung übernommen hat und es sich nicht nehmen ließ, es bereits zwei Mal zu besuchen.